Bildgestaltung: Diagonalen

Hier kommt nach dem Framing und dem goldenen Schnitt noch eine weitere Möglichkeit, ein Bild ansprechend zu gestalten und verschiedene Elemente anzuordnen. Dieses Mal wird an den Diagonalen des Bildes ausgerichtet.

Auch Diagonalen leiten das Auge des Betrachters durch das Bild. Oft ist zu lesen, dass diagonale Linien interessanter und aufregender wirken als Geraden. Das kann ich durchaus nachvollziehen: denkt etwa an ein Landschaftsbild. Eine Skyline am Horizont überträgt eine ruhigere Stimmung wie eine Linie schöner Hauser an der Diagonale.

Die Diagonalen ziehen

Zunächst denkt man sich eine Diagonale quer durch das Bild, oder man lässt sie sich sogar durch eine Hilfslinie anzeigen – von einer Ecke in die schräg gegenüberliegende. Die weiteren Linien für ein ansprechendes Foto werden aber nicht wie vermutet wieder von Ecke zu Ecke gezogen, sondern sie werden im rechten Winkel von der ersten Diagonale an die Ecken geführt.

Diese Bilder zeigen sehr gut, wie die Elemente an den Diagonalen ausgerichtet werden, und wo noch Verbesserungspotential in diese Richtung besteht. In Bild 1 könnte die Zitrone sehr gut an die untere Querstrebe gelegt werden, und auch die losen Himbeeren und Nüsse könnten noch besser an der oberen Linie ausgerichtet werden.

In Bild 2 wäre es gut, das linke obere Glas noch etwas nach oben zu schieben, um die Linie besser zu treffen. Solch kleine Veränderungen bewirken oft ganz viel und sind der Grund dafür, warum ein Bild zuerst „irgendwie nicht anspricht“ und dann plötzlich doch.

Fazit und Tipps

Für einen derartigen Bildaufbau ist es sinnvoll, ein Stativ zu benutzen. Warum? Der Aufbau ist nicht kompliziert, aber mit dem freien Auge durch den Sucher der Kamera ist es schwierig bis kaum möglich, die richtige Platzierung der Elemente einzuschätzen. Um ein vielfaches einfacher ist es, das Bild auf einem Display zu sehen zu können und bei Bedarf zum Set zu gehen, und einzelne Bildelemente ein paar Zentimeter zu verschieben.

Es gibt auch einen kleinen Unterschied zwischen sogenannten „aufsteigenden“ und „absteigenden“ Diagonalen – sprich, ob die Hauptdiagonale in Leserichtung aufwärts oder abwärts geht. Aufsteigende Diagonalen wird nachgesagt, dass sie interessanter wirken, während absteigende Diagonalen den Blick der Leser*innen möglicherweise zu schnell aus dem Bild leiten.

Viel Freude beim Umsetzen! Auf deine Meinung zum Thema, Fragen und Diskussion im Kommentarbereich freue ich mich!

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