Innviertler Knödel mit Tomatenkraut

Vegetarische Innviertler Knödel

Sonntag gibt’s Hausmannskost! Traditionelle österreichische Kost wie Innviertler Knödel, Gulasch und Co. ist besonders im Herbst, wenn es draußen kühl und drinnen wohlig wird, ein Genuss – egal ob Vegetarier*in, Flexitarier*in oder Fleischliebhaber*in.

Warum die Knödel nicht einmal vegetarisch füllen, wenn sie doch mit dem herrlich würzigen Kraut zu gut schmecken, um auf sie zu verzichten! In diesem Rezept verwende ich Faschiertes ohne Fleisch von Hermann Fleischlos, über dessen Geschichte und Philosophie ich im Anschluss an das Rezept so manch Interessantes erzähle – unbedingt reinlesen!

Zutaten (für 6 Knödel):

  • 250 g Mehl
  • 140 ml Wasser
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 Prise Salz

    Für die Füllung:
  • 150 g Hermann Faschiertes
  • 1/2 gehackte Zwiebel
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1 TL Petersilie gehackt
  • eine Prise Majoran

    Für das Kraut:
  • 500 g Sauerkraut
  • 3 EL Tomatenmark
  • 1 TL Paprikapulver
  • 2 cl Obers
  • Kümmel
  • frische Petersilie zum Servieren

Zubereitung:

  • Die Zutaten für den Teig vermengen und rasch zu einem Teig kneten. Für 30 Minuten im Kühlschrank rasten lassen.
  • In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Die Zwiebel sehr fein hacken und in einer Pfanne mit etwas Öl glasig anschwitzen. Dann das Faschierte und die Gewürze zugeben und alles gut durchmischen.
  • Aus dem Teig Kugeln nicht ganz faustgroße Kugeln formen und in den Handflächen flachdrücken. Jeweils einen Esslöffel Füllung daraufgeben und die Knödel verschließen.
  • Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen. Die Knödel darin 20 Minuten sieden lassen. Achtung – das Wasser sollte dabei nicht mehr kochen, da die Knödel sonst zerfallen könnten.
  • In der Zwischenzeit das Kraut zubereiten: Sauerkraut in einem Topf mit dem Tomatenmark, dem Kümmel und dem Paprika verrühren und erwärmen. Das Obers einrühren, noch einige Minuten ziehen lassen und anrichten.
  • Die Knödel darauf setzen und mit frischer Petersilie bestreuen.

Viel Freude beim Ausprobieren und Nachkochen!

Ein Besuch bei Hermann Fleischlos

An einem herbstlichen Oktobermorgen treffen wir bei Hermann Fleischlos in Ulrichsberg im oberösterreichischen Mühlviertel ein. Hermann, der Namensgeber der Produkte, begrüßt uns persönlich, begleitet von Thomas – und der Nachname? Neuburger. Die Marke Hermann Fleischlos entstammt nämlich dem Familienunternehmen Neuburger, zu dem man niemals Leberkäse sagen darf.

Und warum kam eines Tages Hermann zur traditionellen Fleischerzeugung, die am gleichen Standort in der Nebenhalle stattfindet? „Du übernimmst den Betrieb, sagte mein Vater einst zu mir, und ich begann in jungen Jahren eine Fleischerlehre. Damals kamen die Tiere aus wenigen Kilometern Umkreis in unseren Betrieb zur Verarbeitung, denn im Nachbarort gab es wiederum einen eigenen Fleischhauer. Man aß damals ungefähr zwei Mal pro Woche Fleisch.“ erzählt uns Hermann. „Die Menge, die wir damals pro Jahr produzierten, wird heute an einem Tag gemacht. Meine Vision von Genuss, Gesundheit und Fleischproduktion geht wieder in diese Richtung.“ Und so kam die Idee, eine Alternative anzubieten – und zugleich ein Leitmotto: „Es muss hervorragend schmecken. Wenn es nicht schmeckt, braucht man gar nicht erst anzutreten.“

Drei Jahre wurde entwickelt, probiert, verkostet. Die erste Reise von Hermann führte nach Taiwan, dann folgte China, um sich von den Meistern der vegetarischen Küche in die Geheimnisse von Seitan, Soja und Pilzen einweihen zu lassen. Drei Köche waren full time beschäftigt, 5000 Versuche wurden getätigt und 60 Produkte wurden marktreif entwickelt. Beeindruckend, oder?

Einer trat als besonderer Star in punkto Geschmack und Verarbeitung hervor: der Kräuterseitling, aus dem heute in 38 Pilzzuchthallen die Basis für Rostbratwürstel, Taler, Bratstreifen und mehr entsteht. Gezüchtet wird nämlich selbst. 5-6 Wochen dauert es, bis aus dem Myzel die erntereifen Kräuterseitlinge gewachsen sind. Täglich werden bei Hermann übrigens rund 2 Tonnen Pilze geerntet.

Dazu kommt nur noch Ei, Reis, Salz und Gewürze. Hermann kommt also gänzlich ohne Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe aus, ist obendrein Bio, glutenfrei und CO2-neutral. Das Sortiment umfasst momentan Bratwürstel, Käsebratwurst, Faschiertes, Schnitzel, Taler und Bratstreifen, more to come!

Sympathisch und zukunftsfähig, treffender könnte man es meiner Meinung nach nicht formulieren – nämlich nicht nur wegen der wirklich knackigen Würstchen mit Biss, sondern im Großen und Ganzen. Das vergleichsweise wenige CO2, das bei der Pilzzucht anfällt, gleicht Hermann mit der Unterstützung eines Regenwaldprojektes in Brasilien aus. In Kooperation mit der JKU Linz entwickelt man eine Biogasanlage, um das Restsubstrat aus der Pilzzucht in Strom und Wärme umzuwandeln. Und die Brösel, in denen die Schnitzel und Taler paniert sind? Die liefert der örtliche Bäcker, Handschlag genügte.

Dieser Beitrag enthält Werbung. Für die Einblicke in das Familienunternehmen Hermann Fleischlos bedanke ich mich herzlich.

Hermann Fleischlos ist ein oberösterreichischer Familienbetrieb, der vegetarische Produkte auf Basis von Kräuterseitlingen ins Leben gerufen hat.

Danke für die EINLADUNG!

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